‘Fan’ kommt halt doch von Fanatiker
März 24, 2008 von Aoife
Ich lese gerne. Besonders Fantasy und Krimis. Ich schaue gerne bestimmte TV-Serien. Bis auf E.R. (das ich wenn es kommt eher aus Nostalgie schaue) laufen alle in der Kategorie ‘Crime-Drama’.
Soviel dazu.
Weiter im Text: ich gehöre zu den Menschen die Harry Potter and the Deathly Hallows am Erscheinungstag gelesen haben, ich lese viele Bücher meiner Lieblingsautoren auf Englisch weil ich nicht auf die deutsche Übersetzung warten will und seit einiger Zeit schaue ich aus dem gleichen Grund auch Folgen meiner Lieblingsserien auf Englisch. In meinem Zimmer hängen zwei Herr der Ringe- , ein Harry Potter- und ein Scheibenwelt-Poster, vor zwei Jahren war Kai Meyer der Hauptgrund, dass ich auf die Frankfurter Buchmesse bin, letztes Jahr der Grund, dass es mich sehr geärgert hat, dass ich nicht hinkonnte und dieses Jahr werde ich wieder alle Hebel in Bewegung setzten um hinzukommen wenigstens eine seiner Lesungen dort zu sehen. Sowohl im Kai Meyer- als auch im James Barclay-Forum bin ich schon so lange, dass ich inzwischen die zweite Forensoftware dort erlebe
. Es gibt Stellen in meinen Lieblingsbücher, die ich auswendig kann weil ich sie so oft gelesen habe und ich kann auf Anhieb aus fast jeder meiner Lieblingsserien mindestens ein lustiges Zitat nennen. Die Stickerei auf meiner Abiballtasche war vom Rabensymbol aus den Rabenchroniken von Barclay inspiriert.
Ich könnte weiter erzählen. Lauter Dinge, die bei Außenstehenden in etwa folgende Reaktion herforrufen: “Das ist ein komplett verrückter Fan”
Das ‘komplett verrückt’ macht mir nicht so viel Sorgen, eher das ‘Fan’. Ich glaube nämlich selbst ich bin für einen echten Fan noch viel zu normal. Was mich auf den Gedanken bringt? Blogs o.ä. von anderen Fans. Eine der Gründe warum ich von diesen Menschen wahrscheinlich nur mit abscheu betrachtet werde, ist dass ich noch ein eigenes Leben habe dass ich keinen einzigen Charakter aus meinen Lieblingsbüchern oder -serien wirklich hasse. Natürlich gibt es welche, dir mir unsymphatischer sind als andere. Ich fand Hirad aus den Raben-Chroniken nie so toll wie die meisten anderen Leser, und Erienne mochte ich auch nie besonders. Bei Serien ist es auch häufig so, dass ich über manche Charaktere einfach zu wenig weiß um sie (nicht) zu mögen. Und ja ich gebe zu hin und wieder lasse ich mich zu solchen Gedanken wie ‘X passt doch überhaupt nicht zu Y, er/sie und Z wären ein viel schöneres Paar’ hinreißen (meistens aber nur nach größerem Alkoholkonsum oder einer Portion vom Tiramisu meiner Mutter dass mehr Alkohol enthält als ich normalerweise an einem Abend im Irish Pub zu mir nehme). Aber wenn ich manche Einträge in Blogs oder Foren lese denke ich nur geht doch nach draußen und spielt auf der Straße äh ja. OK. Bleib bitte ganz weit weg von mir.
Über ein Paradebeispiel bin ich gestern gestolpert. Vier lange Listen mit ‘TV-Shows I like’, ‘Charakters I like’,'Characters I hate’ und ‘Pairings I hate’ (samt laaaaaaangen Erklärungen).
Eine der Lieblingsserien: CSI: Miami
Auf der ‘ungeliebte Charaktere’-Liste ganz oben: Horatio Caine
Ahhhhhhhhh. Ja. Verdammt CSI: Miami ist Horatio. Seine Sonnenbrille, sein Sarkasmus und sein ‘Ich verspreche dir ich werde den Mörder deiner Eltern erwischen’. Mit einem anderen Hauptcharakter wäre es eine komplett andere Serie, und er ist der Grund warum ich CSI: Miami im Gegensatz zu den anderen beiden CSI-Serien zumindest ab und an mal einschalte (und Ryan Wolfe). Wie kann man bitte eine Serie mögen aber den Hauptcharakter nicht? Ich habe schon diverse Bücher besieite gelegt, weil ich die Hauptfigur nicht mochte (was in einigen Fällen sogar vom Autor beabsichtigt war…ich schweife ab).
Nächster Punkt. Gleiche Person. Anderes Fandom. Harry Potter. Ich weiß, eigentlich sollte man sich von anderen HP-Fans grundsätzlich fernhalten und einfach nur still in einer Ecke die Bücher lesen, weil diese Leute mit Abstand die gestörtesten Fans sind, die ich kenne und dass sie dank dem WWW jetzt austauschen können macht das ganze wesentlich schlimmer. Sie schreibt sie hasst Ginny Weasley, dass sie gehofft hat, dass sie im Kampf gegen Voldemort stirbt und das sie am Boden zerstört war (wörtlich ‘devastated’) als es nicht passiert ist. Außerdem hat die Tatsache, dass Harry und Ginny am Schluß zusammengekommen sind für sie die komplette Reihe ruiniert.
Verdammt nochmal such dir dein eigenes Leben Ich verstehe es nicht. Ich verstehe es nicht, wie man sich so sehr in den Hass auf eine fiktionale Person hineinsteigern kann. Ich meine es ist Fiktion. Ich finde fiktionale Charaktere toll, symphatisch, unsymphatisch, flach, langweilig aber ich hasse oder liebe sie nicht. Selbst die Bösewichte, weil ohne sie die Story nun mal ziemlich langweilig wäre. Und verdammt nochmal was hat Ginny getan? Sie hat weder Harrys Familie umgebracht noch seine Freunde gefoltert.
Ich werde diese total verrückten Fans ganz einfach nie verstehen.





Ich lese zwar kein Harry Potter und schaue außer GZSZ
überhaupt keine Serien, aber nach dem zu urteilen, was Du schreibst, bist Du normal. Nix Reaktion. Solche oder ähnliche Dinge habe ich auch schon gebracht, wenn mir Sachen wichtig sind - mir fällt nur jetzt gerade kein Beispiel ein.
Wenn Leute so dermaßen ihr eigenes Leben aufgeben, dann ist das wirklich schlimm und hat halt leider doch meistens auch seine Gründe, z.B. dass die Leute Probleme haben, mit denen sie nicht zurecht kommen. Eigentlich muss man diese Leute bedauern, leben sie doch in einer Scheinwelt.
Ich war mal Kelly Family Fan, als Teenager, normaler Fan, da könnte ich jetzt auch Geschichten erzählen… *HandaufStirn* Seitdem mag ich das Wort ‘Fan’ nicht mehr, weil es oft Assoziationen mit ‘Fanatiker’ und auch mit solchen Extremen hervorruft. Ich versuche es auch in meinem Sprachgebrauch zu vermeiden, wenn ich von Sachen spreche, die ich gut finde/ regelmässig konsumiere etc. spreche, aber es gibt wenig Alternativen.
Und gerade läuft der Fernseher nebenbei. Ich sach nur Tokio Hotel…. und krieg das Kotzen.Du hast ja recht, also das man eher Mitleid mit diesen Leuten haben sollte, aber manchmal denke ich mir einfach nur *autsch*.
Hihi, Kelly Family die hab ich auchmal gehört, aber da war ich wohl noch zu jung um die richigen Auswüchse mitzubekommen.
Und es gibt wirklich kein passendes Wort für ‘Ich schaue wirklich gerne Criminal Minds, habe auch schon sämtliche Folgen gesehen die es noch nicht auf Deutsch gibt und kann die nächste Folge kaum abwarten aber ich beschimpfe Prentiss nicht als Sc.hlam.pe und schreibe Tonnenweise Fanfictions in denen es Hotch und Reid miteinander treiben’ oder auch ‘Ich finde Kai Meyer unglaublich toll und mir gefallen fast alle seiner Bücher unglaublich gut aber eben nur fast und ich stoße keine Morddrohungen gegen die Leute aus, die erklären sie halten nicht alle seine Werke für großartig und ich drohe auch nicht damit den Verlag anzuzünden, der es gewagt hat den Titel von Das Haus des Daedalus in Die Vatikan-Verschwörung zu ändern *seufz*.
Hach, und ich dachte bisher, die HdR-Fans sind die schlimmsten…
Mit Büchern geht es mir nicht ganz so, wie dir, weil ich zu wenig lese [viel zu wenig], allerdings, alles, was ich von Ken Follett auftreiben kann, alles von Henning Mankell, Jean-Christophe Grangé, Petra Hammersfahr, Patricia Cornwell [von der ich einiges NICHT mag, aber trotzdem zu Ende gelesen habe]… ich könnte jetzt belieb mein Bücherregal weiter vorlesen. Als Fan eines dieser Autoren würde ich aber gewiss nicht bezeichnet werden, weil ich nicht einmal alle ihre Romane aufzählen könnte und außer bei P. Hammersfahr die Bücher auch nie im Original lesen würde, weil ich fürchte, mir entginge zu viel, da ich die Sprache so gut nicht beherrsche.
Mir ging es “früher” mit ein paar Bands so, zumeist mit solchen, die ich persönlich kannte. Und ja: ich kannte sie erst und rannte dann zu ihren Konzerten, nicht umgekehrt.
So ging es mir auch mit den Kellys. Die kannte ich, als sie noch Straßenmusiker waren. Seit der große Hype begann, habe ich sie nie mehr live erlebt.
Stoppok hat einen tollen Song zu dem Thema: “Fan von”. Spätestens seit diesem Song wehre ich mich vehement gegen die Bezeichnung Fan.
Übrigens: ich glaube, sobald es mehr als ein* ist, ist man ohnehin kein Fan [im Sinne "echter" Fans] mehr. Also, mehr als ein Autor, mehr als eine Band, mehr als eine Serie.
Deshalb mach dir mal überhaupt keine Sorgen, su bist weit davon entfernt, solch ein verrückter Fan zu sein oder zu werden.
Du bist begeisterungsfähig und intensiv, und das sind gute Eigenschaften, sehr gute.